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Ministerehrung Bahnunfall Lauterbach

"Ein bisschen wie Weihnachten"

LVZ-Bericht 28.08.2010
Freiwillige Feuerwehr bekommt neues Fahrzeug für knappe halbe Million Euro

Grimma. Großer Bahnhof in der Straße des Friedens am Feuerwehrgerätehaus. Alle bestaunen das große neue Auto, das mitsamt Ausrüstung eine knappe halbe Million Euro wert ist. Oberbürgermeister Matthias Berger übergibt den Kameraden der Grimmaer Freiwilligen Feuerwehr den Schlüssel für ein so genanntes Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug HLF 20/16.

Auch die meisten der Stadträte finden am Donnerstagabend nach der Parlamentssitzung noch den Weg zur Feuerwehr. Und stoßen mit den blau Uniformierten aufs neue Auto an. "Werfen wir jetzt eine ordentliche Sektflasche dagegen? Das macht man doch bei Schiffen auch, und dieses Auto ist ja ein richtiges Schiff", fragt Stadtrat Johannes Heine. Doch floss der Sekt nicht über den roten Lack des Autos mit dem Grimma-Logo dran, sondern vielmehr durch die Kehlen der Floriansjünger und ihrer Gäste.
"Was hier an Technik schlummert, ist enorm", sagt Stadtoberhaupt Berger mit Blick auf den Koloss. Grimma dürfe stolz sein auf die Ausrüstung der Feuerwehr. Immerhin habe es in diesem Jahr schon drei neue Fahrzeuge gegeben, und in der nächsten Woche werde das neue Gerätehaus in Hohnstädt eingeweiht. "Das sind wir aber den Kameraden auch schuldig, weil hier wahnsinnig viel geleistet wird", würdigt Berger die Einsatzbereitschaft der Feuerwehr. 80 Einsätze hätten die Grimmaer in diesem Jahr schon geleistet.
"Es ist heute ein bisschen wie Weihnachten", sagt Ortswehrleiter Thomas Knoblich. Seit 2006 warte man schon auf ein solches Fahrzeug, und nun, mit 75 Prozent Fördermitteln aus der Fachförderung für Feuerwehrwesen, werde der Traum endlich Wirklichkeit. Der 14,5-Tonner löse jetzt den 43 Jahre alten Gerätewagen und das Tanklöschfahrzeug von 1993 ab. Denn auf dem neuen HLF sei so ziemlich alles komplettiert, wofür vorher verschiedene Fahrzeuge nötig waren. Zwei Jahre habe es gedauert, diesen Fahrzeugtyp so zusammenzustellen, wie er jetzt hier stehe, sagt Knoblich. Zur neuen Ausrüstung gehöre neben der vierteiligen Steckleiter und der Beladung für die technische Unfallhilfe auch eine Wärmebildkamera, ein Monitor (eine Löscheinrichtung auf dem Dach, mit der große Wurfweiten erreicht werden), die Möglichkeit für die punktgenaue Zumischung von Schaummitteln oder der Xenon-Lichtmast auf dem Fahrzeugdach, der schnell große Flächen ausleuchten kann.
Zweieinhalb Stunden nach der Besiegelung der Hochzeit von Grimma und Nerchau im Stadtrat sind auch die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehren von Nerchau und Fremdiswalde bei der feierlichen Übergabe des neuen Fahrzeugs mit von der Partie. Nerchaus Wehrleiter Wolfgang Pretzsch und seine Mannen freuen sich mit den Grimmaern. "Unsere Wehr ist auch sehr gut ausgerüstet", sagt Pretzsch. "Aber ich weiß genau, dass die Grimmaer uns immer zur Seite stehen und helfen und das neue Fahrzeug auch bei uns zum Einsatz kommen wird, wenn es nötig ist. Eine enge Zusammenarbeit von beiden Seiten gibt es schon seit Jahren, und wird es nun erst recht geben, wenn wir eine Stadt sind", sagt der Nerchauer Feuerwehr-Chef und stößt mit den Grimmaer Kameraden an.
Silke Hoffmann
>>> Bilder vom HLF <<<

 

Feuerwehr erhält neuen Wagen

LVZ-Bericht 19.08.2010 (Frank Schmidt)
Investition in eine sichere Zukunft: Neuer Einsatzleitwagen für den Katastrophenschutz
Grimma.
(fsw). Für zirka 90 000 Euro aus dem Topf der Anschubfinanzierung hat der Landkreis Leipzig gestern in Grimma einen neuen Einsatzleitwagen für den Katastrophenschutz in Dienst gestellt.
Mit der Übergabe an die Feuerwehr Grimma, die das Fahrzeug aufnahm und personell besetzt, "verbessert sich dank umfangreicher Technikausstattung im Einsatzfall die Kommunikation zwischen Einsatzort und Einsatzzentrale", freut sich Ortswehrleiter Thomas Knoblich. Längst vorbei seien die Zeiten, in denen ein Floriansjünger "nur noch einen Schlauch ausrollen können muss", verdeutlichte Oberbürgermeister Matthias Berger den massiven Einzug moderner Technik in den Gerätehäusern. Die fasste Landrat Gerhard Gey in, wie er ausdrücklich betonte "beachtliche Zahlen" zusammen. So schaffte man 2010 im gesamten Landkreis 15 neue Fahrzeuge für die Feuerwehren in den Kommunen an sowie fünf weitere für den Katastrophenschutz. Dafür habe man "ganz bewusst im Bereich der Feuerwehren" sieben Millionen Euro in die Hand genommen.
 

Neues Auto für Grimmaer Wehr

56 000 Euro teures Feuerwehrfahrzeug mit Doppelfunktion
Grimma
(fsw). Großer Bahnhof für relativ kleines Feuerwehrauto: Kreisbrandmeister Andreas Rüssel, Helga Ickert, Vize-Leiterin im Ordnungsamt des Landkreises, und Oberbürgermeister Matthias Berger übergaben an Ortswehrleiter Thomas Knoblich und seine Mannen das erste von drei neuen Einsatzfahrzeugen. Die Freude war groß. Das ist aber kein Geschenk, vielmehr ein Erfordernis, um unsere Aufgaben erfüllen zu können , sagte Knoblich. Das 56 000 Euro teure Fahrzeug hat eine Doppelfunktion als Mannschaftstransport- und Einsatzleitfahrzeug. Auch das sei eine Notwendigkeit der Zeit, sagte Rüssel. Um Kosten zu sparen, gehe der Trend zur Doppelnutzung.
Grimma bekommt im Mai noch ein Fahrzeug für den Katastrophenschutz und im Juni ein Hilfeleistungslöschfahrzeug. Auch in den Ortsteilen Hohnstädt und Kaditzsch wird im Oktober mit je einem Löschfahrzeug aufgerüstet.
>>> weitere Bilder <<<

 

Jahreshauptversammlung 19.03.2010

Jeden zweiten Tag blinkt das Blaulicht der Feuerwehr

220 Grimmaer Floriansjünger treffen sich zur Jahreshauptversammlung

Grimma. Die etwa 220 Männer und Frauen der Freiwilligen Feuerwehren der Großen Kreisstadt Grimma, also auch die aus den zur Muldestadt gehörenden Ortsteilen, kamen im Vereinshaus Großbardau Zur Weintraube zu ihrer Jahreshauptversammlung zusammen. Im Mittelpunkt standen traditionell der Rechenschaftsbericht sowie Beförderungen und Auszeichnungen.

Große Überraschungen gab es da nicht. Im Gegenteil. Wir schweben auf Wolke Sieben , sagte Grimmas Ortswehrleiter Thomas Knoblich im Vorfeld der Versammlung, weil er aus familiären Gründen nicht persönlich anwesend sein konnte. Soll heißen, dass 2010 geballt ein Zuwachs an neuer Technik erwartet wird. Da können wir uns doch nur freuen , so Knoblich. Allerdings weiß er auch, dass es für Außenstehende nicht nachvollziehbar ist, wenn die Grimmaer Wehren gleich fünf neue Fahrzeuge bekommen. Es wird ja auch nur die Technik sein, über die wir seit so vielen Jahren nur gesprochen haben. Denn wir sind schon grenzwertig draußen rumgefahren , bekräftigte Knoblich seinen Anspruch, der letztlich auch einen erheblichen Einfluss auf die Motivation der Truppe habe.
Die spiegelte sich dann auch im Rechenschaftsbericht wider. Wohlgemerkt freiwillig haben sich die Kameradinnen und Kameraden im letzten Jahr Tag und Nacht 3 260 Stunden für insgesamt 189 Einsätze ans Bein gebunden. Im Durchschnitt wurden die Blaulichter jeden zweiten Tag eingeschaltet. Für Brände sowieso, die etwa ein Drittel aller Einsätze ausmachten. Zumeist aber für technische Hilfeleistungen, bilanzierte Jens Thoß als Gemeindewehrleiter. Darunter fallen Ölspuren, Verkehrsunfälle und Sturmschäden sowie Menschenrettung und -bergung. In der Bilanz tauchten aber auch böswillige und blinde Alarmierungen auf. Nennenswerte Einsätze waren die mehrfachen schweren Verkehrsunfälle auf der neuen Umgehungstrasse und die Methangasexplosion in der Papierfabrik Trebsen.
Ausdrücklich gelobt wurde der Zusammenhalt der Ortsfeuerwehren. Alle haben den gleichen Ausbildungsstand und werden zu Einsätzen herangezogen. Da stimmt die Chemie , freute sich Knoblich. Dennoch konnte sich Thoß zur Aus- und Weiterbildung kritische Anmerkungen nicht verkneifen. Der Wille zur Qualifizierung sei zwar da, was auch die Teilnahme an zahlreichen internen Lehrgängen belege. Doch mangelte es letztes Jahr an freien Lehrgangsplätzen an der Landesfeuerwehrschule. Was auch Kreisbrandbrandmeister Andreas Rüssel bedauerte. Doch in Zusammenarbeit mit Berufsfeuerwehren wolle man da Lücken schließen.
Grimmas Oberbürgermeister Matthias Berger lobte die aktive Arbeit der Jugendfeuerwehr. Und er machte deutlich, dass die besagten Neuanschaffungen aus dem Konjunkturprogramm II gefördert und nur so möglich wurden. Das verhalf uns zu einem Sprung um vier bis sechs Jahre nach vorn. Mit Blick auf die bevorstehenden Gemeindefusionen werde auch die Grimmaer Wehr wachsen. Berger: Welche Kameraden auch immer zu euch stoßen werden nehmt sie gleichberechtigt in euren Reihen auf.
Frank Schmidt

 

Jahreshauptversammlung 06.02.2009 (LVZ-Bericht)

Wehr Hohnstädt weiterhin notwendig

Gemeindefeuerwehr Grimma zieht Bilanz über 2008 / Sieben Wehren fahren 189 Einsätze

Grimma. Die Gemeindefeuerwehr von Grimma mit ihren insgesamt sieben Freiwilligen Ortswehren ist eine mächtige Organisation. Immer mehr zusätzliche Tische müssen im Dorfgemeinschaftshaus Weintraube aufgestellt werden, damit alle Kameradinnen und Kameraden und die Gäste zur Jahreshauptversammlung Platz finden.

Für 2008 stehen 189 Einsätze für die sieben Feuerwehren zu Buche. Das berichtete der stellvertretende Gemeindewehrleiter Daniel Klemm. Darunter waren nur 45 Brände, dafür aber 123 technische Hilfeleistungen, zu denen Hilfen bei Verkehrsunfällen, Menschen- und Tierrettung und die Beseitigung von Ölspuren zählen. Verschiedenen Wetterkapriolen geschuldet rückten die Feuerwehren auch 28-mal wegen Überschwemmungs- oder Wasserschäden und mehr als 30-mal wegen Sturmschäden aus.
Mit diesen Zahlen habe die Gemeindefeuerwehr Grimma im vorigen Jahr die meisten Einsätze der Wehren im ehemaligen Muldentalkreis gehabt. Das sagte der ehrenamtliche stellvertretende Kreisbrandmeister Günther Thomas. Innerhalb Grimmas, ergänzte Oberbürgermeister Matthias Berger, sei die Feuerwehr Hohnstädt nach der Stadtwehr Grimma die mit den meisten Einsätzen. Damit sei die Diskussion um die Notwendigkeit dieser Stadtteilwehr endgültig erledigt, die Wehr werde gebraucht. Im Zusammenhang mit Hohnstädt hatte Klemm in seinem Bericht zuvor auf die baulichen Missstände im dortigen Gerätehaus hingewiesen. Berger stellte eine schrittweise Verbesserung in den nächsten Jahren in Aussicht, machte das aber von Förderprogrammen abhängig.
Entlastung bei Ölspur-Beseitigung
Was die Einsatzzahlen insgesamt anbelangt, könnte die Statistik für das laufende Jahr weniger umfangreich ausfallen. Grund dafür ist, dass auch die Stadt Grimma jetzt einen Vertrag mit dem schon für den Landkreis tätigen Spezialunternehmen geschlossen hat, welches künftig bei Ölspuren zum Einsatz kommt. Wir hoffen auf eine Entlastung der Kameraden , sagte Berger, räumte aber ein, dass das in manchen Ortsteilwehren, die nur zu wenigen Einsätzen gerufen werden, auch anders gesehen werde könnte.
Alle Redner würdigten die Leistungen der Grimmaer Feuerwehren im Zusammenhang mit dem Tag der Sachsen und mit der 150-Jahr-Feier der Stadtwehr im vergangenen Jahr. Wobei Stadtwehrleiter Thomas Knoblich sogar bemerkte, dass die Organisation der 150-Jahr-Feier, die komplett in der Hand der Kameraden selbst lag, komplizierter zu bewältigen gewesen sei als das größte Volksfest Sachsens.
Die Gemeindewehrleitung verwies in ihrem Bericht mit Stolz darauf, dass immer mehr Feuerwehrleute Gefallen an Lehrgängen an der Landesfeuerwehrschule finden. Im Gegensatz dazu stünden, das wurde in der Diskussion laut, Probleme mit Arbeitgebern bei den dafür nötigen Freistellungen. Außerdem würden gerade Lehrgänge zur technischen Hilfeleistung zu wenig angeboten. Irgendwann fehlen uns die Leute, die die teure Spezialtechnik bedienen können , sagte ein Feuerwehrmann. Eine Situation, die der stellvertretende Kreisbrandmeister bestätigte. In der Regel würden von der Landesfeuerwehrschule nur 50 Prozent der angeforderten Lehrgangsplätze auch gewährt, bei Lehrgängen für technische Hilfeleistungen teilweise keiner.
Hilfslöschfahrzeug oben auf der Liste
Kritisch hinterfragt wurde auch die noch immer ausstehende Finanzzusage des Kreises für das dringend benötigte neue Hilfslöschfahrzeug für die Stadtwehr. Darauf hatten die Grimmaer schon vor einem Jahr keine befriedigende Antwort erhalten, die blieb auch jetzt aus, bis auf den Hinweis, Grimma stehe in der Prioritätenliste ganz oben. Oberbürgermeister Berger konnte lediglich ankündigen, dass voraussichtlich in dieser Woche eine Vorentscheidung fallen werde. André Neumann

Dräger Safety 2.Feuerwehr-Website-Wettbewerb

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Ermittlungen wegen Landfriedensbruchs

Ermittlungen wegen Landfriedensbruchs laufen auf vollen Touren

Polizei, Staatsschutz, Staatsanwaltschaft und Landratsamt werten mit Grimma die Ausschreitungen der Silvesternacht aus

Grimma.
Man wolle gemeinsam dafür sorgen, dass es solche Ausschreitungen wie in der vergangenen Silvesternacht (die LVZ berichtete) nicht mehr geben werde. Darüber waren sich die Verantwortlichen einig, die gestern bei Grimmas Oberbürgermeister Matthias Berger in der Runde zusammensaßen und die Randale zum Jahreswechsel in der Muldestadt auswerteten. Bei der Zusammenkunft waren dabei Ricardo Schulz von der Staatsanwaltschaft Leipzig, Mitarbeiter des Staatsschutzes, der Chef des Polizei-Revierverbundes Grimma-Wurzen Reinhard Böttcher, Polizeisprecher Michael Hille, Klaus-Thomas Kirstenpfad vom Landratsamt und mehrere Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Grimma, die in der Silvesternacht auf dem Grimmaer Markt vor Ort waren und
dort von einer großen Gruppe Jugendlicher gezielt angegriffen wurden.
In der gestrigen Gesprächsrunde ging es zuerst und vor allem auch darum, die Randalierer möglichst schnell für ihre Übergriffe auf Polizei und  Feuerwehr zu bestrafen. Die Vertreter der Polizei sagten aus, dass mehrere Personen namentlich bekannt seien und es auch weitere klare Zeugenaussagen zu Tätern gebe, wobei es nicht ganz einfach sei, in der Menge von rund 80 Jugendlichen jene auszumachen, die Steine, Flaschen und Feuerwerkskörper auf die Einsatzkräfte geworfen haben. Durch die Staatsanwaltschaft wurde versichert, dass eine Staatsanwältin speziell für diese Grimmaer Straftaten verantwortlich abgestellt sei und die Verfahren vorrangig bearbeitet würden. OB Matthias
Berger sagte nach der Gesprächsrunde gegenüber der Muldentalzeitung, dass man gemeinsam das Ziel verfolge, schnellstmöglich zu einer Anklage zu gelangen. Ich hoffe, dass das schon in den nächsten Wochen passiert , sagte er. Ermittelt werde vorrangig wegen Landfriedensbruchs und darüber hinaus wegen versuchter schwerer Körperverletzung und Sachbeschädigung. Wöchentlich einmal würde nun der Revierleiter der Polizei beim Grimmaer OB über den Stand der Ermittlungen berichten. Es ist eigentlich unfassbar, was hier passiert ist , sagte Berger. Diese Grimmaer Jugendlichen sind auf unsere Feuerwehrleute losgegangen, die jederzeit für die Bürger da sind, um Leben und Hab und Gut zu retten. Ich hoffe, dass die Grimmaer mit den Jugendlichen sprechen, ihnen vor Augen halten, was so etwas eigentlich bedeutet und darauf einwirken, dass das nie wieder passiert.
Wie solchen Ausschreitungen für künftige Jahre vorgebeugt werden kann, war gestern ein weiteres großes Thema. Es wäre zweifelhaft, ob eine veränderte Polizeisatzung mit Knaller- und Alkoholverbot zu Silvester Sinn macht, war man sich in der Runde einig. Auf alle Fälle, so sei seitens der Polizei versichert worden, werde es in der nächsten Silvesternacht eine starke Polizei-Präsenz auf dem Markt geben, um schon erste Versuche von Übergriffen im Keim zu ersticken.
Silke Hoffmann
Datum: 06.01.2009

 

Berger fordert vom Freistaat mehr Engagement

Berger fordert vom Freistaat mehr Engagement für Feuerwehren (LVZ 02.12.2008)

Grimmaer Stadtchef kritisiert CDU-Landtagsabgeordnete Pfeiffer: Statt verdoppelter Aufwandsentschädigungen sei Geld für Technik nötig

Muldental
(tm). Der Grimmaer Oberbürgermeister Matthias Berger (parteilos) hat ein stärkeres Engagement des Freistaats Sachsen für die Ausstattung der Feuerwehren gefordert. Berger reagierte damit auf Äußerungen der regionalen Landtagsabgeordneten Angelika Pfeiffer (CDU). Die hatte die gepante Verdoppelung von Aufwandsentschädigungen für Feuerwehrchefs von 60 auf 120 Euro begrüßt (die LVZ berichtete). Aus Bergers Sicht offenbare Pfeiffer damit eine völlige Unkenntnis der derzeitigen Situation . Abgesehen davon, dass die Kommunen das bezahlen müssten, verkenne sie, dass es sich um Freiwillige Wehren handelt: Den Kameraden mit solchen peinlichen Beträgen das Gefühl zu vermitteln, sie unterstützen zu wollen, ist heuchlerisch. Und an der schlechten Ausstattung der Wehren ändere sich gar nichts. Berger: Das ist das Problem, um das sich Frau Pfeiffer mal kümmern sollte.
Im ehemaligen Muldentalkreis sind laut Berger derzeit 149 Feuerwehrfahrzeuge im Einsatz, von denen 63 noch aus DDR-Produktion stammen. Um alle Fahrzeuge zu ersetzen, die älter als 20 Jahre sind, wären bei durchschnittlichen Kosten von 200 000 Euro pro Fahrzeug und einem Fördersatz von 55 Prozent Fördermittel von etwa neun Millionen Euro notwendig. Hinzu kämen mehrere Millionen für zwingende Investitionen an Feuerwehrgebäuden, so der Grimmaer Stadtchef, der auch dem Kreistag angehört. Dort hat er erlebt, dass im Etat für 2008 etwa 500 000 Euro Fördermittel zur Verfügung gestellt wurden. In der Regel gibt zur Förderung von Neuanschaffungen und Neubauten das Land Mittel aus der Feuerschutzsteuer weiter. Berger: Bei Beibehaltung dieser Summe alleine zur Ersatzbeschaffung der Fahrzeuge könnte erst in 26 Jahren das letzte dann 43 Jahre alte Feuerwehrfahrzeug ausgetauscht werden.
Statt auf den Investitionsbedarf seitens der Landesregierung zu reagieren, wurden die Kommunen von der Landesregierung 1995 beim Wegfall der Feuerwehrabgabe, die die einzige Einnahmebeschaffungsquelle der Kommunen darstellte, alleine gelassen , beklagt Berger. Die bis 2006 noch erfolgte Aufstockung der Versicherungsmittel durch das Land sei zurückgefahren worden. Und das wider besseren Wissens : Immerhin habe der Freistaat per Gesetz alle Kommunen verpflichtet, mit Feuerwehrbedarfsplänen den Status quo der Feuerwehren festzustellen. Bergers Resümee: Ohne ein klares Bekenntnis des Freistaates in Form von ausreichenden Fördermitteln steht die Zukunft unserer Freiwilligen Feuerwehren in Frage.
 
 

Blaulichtcard für die Freiwillige Feuerwehr Grimma

Auf der Jahreshauptversammlung aller Ortsfeuerwehren der Stadt Grimma am 16. März unter der Leitung des Gemeindewehrleiters Jens Thoß hatte Bürgermeister Matthias Berger eine große Überraschung parat, die bisher einmalig ist, zur Nachahmung jedoch wärmstens empfohlen wird. Jede Kameradin und jeder Kamerad im aktiven Dienst, der Altersabteilung und der Jugendfeuerwehr erhielt eine "Blaulichtcard".

Mit dieser Blaulichtcard erhalten die Kameraden und ihre Familien die Berechtigung zur ermäßigten oder kostenlosen Nutzung bestimmter Einrichtungen in der Stadt Grimma. Spontane Unterstützung bei der Einführung der Blaulichtcard erhielt die Stadtverwaltung durch INJOYmed Nimbschen mit 20 % Ermäßigung auf ein Jahresabonnement und das Central Theater mit einem ermäßigten Eintritt von 4 Euro. Auch das Kreisheimatmuseum und das Museum Göschenhaus bieten freien Eintritt ins Museum sowie zu allen Veranstaltungen an. Die Stadtbibliothek "J.G. Seume" bietet 50 % ermäßigte Nutzungsgebühr und für Kinder frei an, ebenso sind hier die Veranstaltungen frei. Die stadteigenen Kulturveranstaltungen können von den Kameraden mit einer 50%igen Ermäßigung besucht werden, Kinderveranstaltungen sind frei. Dafür ein großes Dankeschön an alle genannten, denn ohne ihre großzügige Unterstützung, wäre die Einführung der Blaulichtcard nicht möglich geworden.

Wünschenswert wären natürlich weitere Angebote von Freizeitanbietern, mit denen die Arbeit der Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr eine Anerkennung findet, denn im Notfall ist die Feuerwehr für alle Bürger, Betriebe und Einrichtungen da. Doch wie sieht es umgekehrt aus? Ist es nicht vielmehr oftmals eine Selbstverständlichkeit, dass die Kameraden in ihrer Freizeit Tag und Nacht helfen?

Im Jahre 2006 rückte die Freiwillige Feuerwehr Grimma mit ihren Ortswehren 139 mal aus. Das sind insgesamt 5.614 Stunden, welche die Kameraden freiwillig leisteten, um anderen zu helfen oder Leben zu retten. Dabei ging es nicht nur um das Löschen von Bränden sondern es wurden Ölspuren beseitigt, bei Verkehrsunfällen geholfen, Sturmschäden beseitigt, Menschen und Tiere gerettet und bei Überschwemmungen Hilfe geleistet. Das ist nur eine kleine Aufzählung der vielfältigen Einsätze, die teilweise auch für die Kameradinnen und Kameraden selbst lebensgefährlich waren und physische sowie psychische Höchstleistungen erforderten. Dabei wurde noch nicht mit eingerechnet, dass die Kameradinnen und Kameraden zu fast allen Veranstaltungen in Grimma und den Ortsteilen unterstützend mit eingreifen. Ich denke da nur an das Radrennen "Rund ums Muldental", den "neuseen-classics", die Mulderegatta, die Liederflut, das Stadtfest und den Muldental-Triathlon.

Ganz aktiv beteiligen sich die Wehren auch, im Gegensatz zu vielen Bürgern, am einmal jährlich stattfindenden "Subbotnik". Hand aufs Herz, wer außer der Feuerwehr macht hier, nach so viel geleisteten freiwilligen Stunden, noch zusätzlich mit und kümmert sich aktiv um ein sauberes Wohnumfeld. Um all die vielfältigen Aktivitäten der Kameradinnen und Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr zu würdigen, entstand die Idee der Schaffung einer Blaulichtcard, welche auch schon die Mitglieder der Jugendfeuerwehr nutzen dürfen. Gerade der Nachwuchs in der Feuerwehr ist enorm wichtig und hier wird der Grundstein für die Nachwuchsgewinnung gelegt. Jugendliche erhalten in der Feuerwehr die Möglichkeit einer sinnvollen Freizeitbeschäftigung und eignen sich Werte wie Kameradschaftlichkeit, Hilfsbereitschaft, Teamgeist, Ausdauer und technisches Verständnis an.

Aber auch die Altersabteilung wurde mit einbezogen. Obwohl nicht mehr im aktiven Dienst tätig, gehören sie noch lange nicht zum "alten Eisen". So unterstützen die Kameradinnen und Kameraden die Absicherung aller Veranstaltungen hinsichtlich der Gewährleistung von Ordnung und Sicherheit. Auch der große Erfahrungsschatz ist für die jüngeren Kameraden enorm wichtig. All diese nicht hoch genug zu bewertende Arbeit der Freiwilligen Feuerwehr soll mit der Blaulichtcard eine kleine Anerkennung in der Öffentlichkeit finden und jeder Besitzer einer solchen Blaulichtcard kann stolz darauf sein, diese vorzuzeigen.

Wir hoffen, das es zukünftig noch viel mehr Gelegenheiten geben wird, bei denen den Besitzern dieser Blaulichtcard in anerkennender Form für ihre Arbeit gedankt wird.

Gudrun Zeleny Amtsleiterin Ordnungsamt
 
 

Heimliches Jubiläum oder trauriger Rekord

Feuerwehr Grimma verabschiedet sich mit Grillparty in die Sommerpause (LVZ 21.07.2008)

Grimma. Das klang beunruhigend: Die Kameraden der Grimmaer Feuerwehr verabschieden sich in die Sommerpause , verkündete Wehrleiter Thomas Knoblich am Freitagabend im Gerätehaus. Dort zelebrierten die Floriansjünger ihren Halbjahresabschluss mit einer Grillparty, die nicht ohne Zwischenfälle abging. Doch alles schön der Reihe nach.
Niemand müsse wirklich beunruhigt sein, relativierte Knoblich seine Äußerungen. Die Feuerwehr werde auch weiterhin einsatzbereit sein und jederzeit ausrücken können. Mit der Sommerpause, die sich an den Schulferien orientiere, gönnt man sich aber eine Auszeit von der wöchentlichen Ausbildung. Da nehmen wir mal unseren Kameraden den Druck ab, nicht wie gewohnt immer donnerstags erscheinen zu müssen , sagte Knoblich. Und mit dem Einstieg in die Sommerpause wird gegrillt schon immer . Nur gab es in diesem Jahr einen weiteren Grund. Kaum einer der Kameraden hatte wirklich die Chance, das 150-jährige Bestehen der Grimmaer Wehr zu genießen. Sie alle, auch die der Jugendfeuerwehr, waren zu 100 Prozent in die Vorbereitung und Durchführung des Festwochenendes involviert. Also ließ man mit einer Dia-Show die Glanz- und Höhepunkte des Jubiläums noch einmal Revue passieren. Freilich im Kreise geladener Gäste, Freunde und Sponsoren. Unter deren Augen kam es dann zum ersten Zwischenfall. Tönte Knoblich noch zu Beginn der Fete, bis dahin im ersten Halbjahr genau 99 Mal ausgerückt zu sein, riefen die Piepser nun zum 100. Einsatz eine Ölspur in der Paul-Gerhard-Straße. Pillepalle im Vergleich zu dem, was noch kommen sollte. Nämlich der 101. Einsatz noch vor Mitternacht eine Hilfeleistung für den Rettungsdienst, der in Grimma Süd zur Reanimierung eines Jugendlichen aktiv werden musste. Heimliches Jubiläum oder trauriger Rekord? Denn im Vorjahr waren es nur 86 Einsätze im ersten Halbjahr. Auf alle Fälle wurde den Partygästen vor Augen geführt, dass den Kameraden selbst die Ruhe zum Feiern nicht vergönnt bleibt. Zum Glück mussten nicht alle Kameraden in ihre Montur steigen, sodass die Party ihren Lauf nehmen konnte. Knoblich führte durch das Gerätehaus, Philipp Keller von der Jugendfeuerwehr füllte seinen Bierbecher mit emsig gesammelten Flaschenkorken. Sein Altersgenosse Max Klemm erzählte, zum Jubiläum als Tänzer mit anderen vom Tanzclub Blau-Gelb auf der Bühne das Fest bereichert zu haben. Und Michael Krimm und Thomas Koppe konnten schon wieder über so manche Stresspanne zum Jubiläum lachen, die allerdings wohl keiner der Festbesucher so richtig realisiert haben dürfte.
Frank Schmidt

 

"Nur eine Ölspur"

Feuerwehr soll sich mehr auf Pflichtaufgaben konzentrieren (LVZ 08.09.2007)

Muldentalkreis. Blaulicht und das Tatütata von Feuerwehren wird es in Zukunft weniger auf den Straßen im Muldentalkreis geben. Wie Kreisbrandmeister Andreas Rüssel auf Nachfrage bestätigte, dürfen die Floriansjünger bis auf wenige Ausnahmen keine Einsätze mehr zu Beseitigung von Ölspuren fahren. Spezialfirmen der freien Wirtschaft sollen fortan diese Aufgaben übernehmen. Das geht aus einer Festlegung des Regierungspräsidiums hervor, die bereits Anfang Juni getroffen wurde. Ölspuren zu beseitigen, habe noch nie zu den klar definierten Pflichtaufgaben der Feuerwehren gehört, sagte Rüssel. Vielmehr hätten die Kameraden damit immer im Konflikt zu ihren tatsächlichen Aufgaben gestanden, denn die Einsatzbereitschaft im Brandfall sei definitiv geschwächt gewesen. Dennoch ist in den 90er Jahren diese reine Dienstleistung , wie sie von den Behörden gesehen wird, schleichend an die Feuerwehren übertragen worden. Damals in Form von Amtshilfe für den dafür verantwortlichen Straßenbaulastträger, da die Wehren über die nötige Technik verfügen. Hinter jedem dieser Einsätze stand ein Fragezeichen , stellte Rüssel fest. Auch, weil diese Leistungen immer nur zu provisorischen Lösungen führten. Denn mit der Anwendung von Ölbindemitteln, wie zumeist geschehen, sei die Fahrbahn lange nicht von ihrem Übel befreit. Normalerweise dürfen keinerlei Rückstände aus der Verunreinigung übrig bleiben, was aber nur eine wirklich gründliche Reinigung ermöglicht. Hier würden sich auch rechtliche Fragen aufbäumen. Besonders dann, wenn die Straße zwar sauber, aber eben nicht richtig rein ist. Nicht auszudenken, sollte deshalb jemand verunglücken , weitete Rüssel den Blick. Außerdem machte er noch auf ein anderes Problem aufmerksam. Einige Arbeitgeber haben wenig Verständnis dafür, ihre Leute für einen Feuerwehreinsatz freizustellen, wenn die dann zurückkommen und sagen: Es war nur eine Ölspur. Freilich würden die Betriebe den Arbeitszeitausfall ersetzt bekommen, die Arbeit des einzelnen aber, von der nicht selten andere abhängig sind, bleibt liegen. Ohne Zweifel werden Ölspuren weiterhin beseitigt. Fachmännisch und nur noch von autorisierten Privatfirmen, so wie es in den Kreisen Löbau und Zittau schon seit gut drei Jahren praktiziert wird, sagte Rüssel. Und natürlich in Ausnahmefällen auch durch die Feuerwehren. Etwa bei Unfällen, wo die Kameraden zur Rettung und Bergung ohnehin vor Ort sind und durch auslaufende Öl- und Batterieflüssigkeiten Gefahr in Verzug ist. Ansonsten werden die Kameraden nur noch zu Ölspuren ausrücken, wenn sie dann von der Polizei um Amtshilfe gebeten werden, zumeist zur Absicherung der Reinigungsarbeiten durch Fremdfirmen. Die Einsatzkosten der Feuerwehren je nach Aufwand schätzt Rüssel die auf durchschnittlich 500 bis 2000 Euro seien bislang von den Kommunen immer den zuständigen Baulastträgern weiterberechnet worden. Der hat die Beträge seinerseits dem Verursacher, sofern bekannt, in Rechnung gestellt. Eine Praxis, die in Zukunft nicht anders von den agierenden Privatfirmen angewendet wird. Frank Schmidt

Hollywood in Grimma (LvZ vom 21.06.2007)

Flugzeugabsturz im Colditzer Forst
Grimmaer Feuerwehr steht in Katastrophenfilm Der Lotse vor der Kamera Grimma/Colditz. Das Szenario könnte nicht schlimmer sein: Eine Passagiermaschine ist im Colditzer Forst abgestürzt, irgendwo zwischen Colditz und Bad Lausick. 83 Menschen finden dabei den Tod. Der Öffentlichkeit bleibt die nächtliche Katastrophe verborgen. Das ist auch Absicht denn das Drama geschieht im Film.
In dem Muldentaler Waldstück verstreut werden Wrackteile eines Flugzeuges gefunden. Trieb- und Fahrwerke stehen in Flammen. Kinderschuhe und Spielzeug aus zerfetzten Koffern und Taschen liegen umher. Kleidungsstücke hängen in den Wipfeln der Bäume. Beißender Rauch und Qualm nehmen den Rettungsmannschaften Sicht und Luft.
Die Tragödie ist perfekt.Vor Ort ist nur die Feuerwehr aus Grimma. Obwohl das Einsatzgebiet ganz klar im Bereich der Colditzer Wehr liegt , sagt Wehrleiter Thomas Knoblich. Doch weil die Muldestadt für solche Einsätze die bessere Rettungstechnik vorhalten könne, bekamen Knoblich und sein Trupp von den Verantwortlichen den Zuschlag für diesen Rettungseinsatz. Zuschlag? Das klingt ja wie vorher ausgehandelt. Mit der Antwort lässt Knoblich dann die Katze aus dem Sack: Sein Einsatz mit zwei Löschfahrzeugen und einem Dutzend Kameraden fand vor einer perfekt inszenierten Filmkulisse statt. Abgesegnet von der Stadtverwaltung Grimma hatte eine Filmproduktionsfirma um
authentische Unterstützung mit Lösch- und Rettungstechnik gebeten. So war auch Ralf Scheibe von der Rettungsleitstelle mit einem zweiten Mann am Drehort. Dort wurden nachts die allerletzten Szenen des Spielfilms Der Lotse abgedreht, der erst im nächsten Jahr in die Kinos kommt.
In diesem seit Anfang Mai im Großraum Leipzig produzierten Film geht es in Starbesetzung um drei Menschen, deren Schicksale durch eine furchtbare Katastrophe eng verbunden sind. Einer von ihnen ist Der Lotse Markus (Wolfram Koch), der sich für den Tod von über 80 Menschen verantwortlich fühlt. Seine Frau Franziska (Marie Bäumer) kann die Depressionen ihres Mannes nicht mehr ertragen und erhofft sich in einer Affäre mit Clemens (Harald Schrott) Abstand.
Teilweise ähnelt der Filmstoff sehr dem, was sich bei der Flugkatastrophe im Sommer 2002 in Überlingen und danach ereignet hat. Also eine Flugzeugkollision über dem Bodensee und ein dafür verantwortlich gemachter Lotse, dem ein Hinterbliebener aus Rache nach dem Leben trachtet. Die Ähnlichkeit ist nur Schein , betonte jedoch Felix Neunzerling von der Produktionsfirma. Im Film geht es ausschließlich um das Trauma von Betroffenen eines unfassbaren Unglücks.
Auch Knoblich tat sich schwer, nach dem fiktiven Flugzeugabsturz Parallelen zu einem realen Unglück dieser Art zu ziehen. Obwohl ich so etwas noch nicht miterleben musste zum Glück. Und trotzdem ist das nie weit weg von uns. Dennoch könne er einschätzen: Was wir am Drehort vorgefunden haben, war absolut realistisch dargestellt. Besonders die noch im Sitz angegurtete vermeintliche Leiche habe einer der Kameraden einfach nicht ersehen können.
Knoblich selbst erlebte schon viel Leid und hat innerlich einen Schutzmechanismus entwickelt, sagte er. Wenn der Einsatzbefehl kommt, bist du am Unglücksort, um zu helfen. Da bleibt dir keine Zeit für andere Gedanken. Dieses Mal war der Einsatzbefehl äußerst freundlich. Immer wenn die Klappe fiel, kam zum Erstaunen der Kameraden nicht das erhoffte Action , sondern: Wir gehen auf Anfang! Bitte.
Frank Schmidt

Dräger Safety 1.Feuerwehr-Website-Wettbewerb

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LVZ-Artikel
Datum:
05.01.2007
Für Tiere nicht zuständig
Brand in der Silvesternacht: Verwirrspiel bei der Suche nach Bereitschafts-Tierarzt
Grimma. Die Rettungsleitstelle sei für Menschen zuständig, nicht für Tiere. Mit diesen Worten kommentiert Carola Schneider, Geschäftsführerin des Rettungszweckverbandes (RZV), Irritationen um einen tierärztlichen Notfall in der Silvesternacht.
Bei einem Brand in Hohnstädt war wie berichtet ein Pony vom Feuer verletzt worden. Die Feuerwehr forderte gegen 0.51 Uhr über Funk bei der Rettungsleitstelle einen Tierarzt an. Minuten später kam die Meldung zurück, der Dienst habende Tierarzt sei nicht erreichbar. Den Polizisten vor Ort fiel dann ein Tierarzt ein, der schon häufig für die Polizei gearbeitet hat und sie riefen bei Martin Enderlein in Naunhof an. Der traf kurz vor zwei Uhr ein.
Tatsächlich hatte die Rettungsleitstelle keinen der in der Silvesternacht für den Bereitschaftsdienst eingeteilten niedergelassenen Tierärzte angerufen, die die LVZ regelmäßig veröffentlicht. Dieser Plan würde der Rettungsleitstelle gar nicht vorliegen, sagte Carola Schneider gegenüber LVZ.
Netz überlastet Ein Mitarbeiter der Leitstelle hatte die Handynummer des Dienst habenden Amtstierarztes Ingolf Herold gewählt. Das Handynetz war in der Silvesternacht überlastet, auf die gleich darauf gewählte Festnetznummer sprang der Anrufbeantworter an. Weil in der Leitstelle die Telefone laufend klingelten, verzichtete der Kollege darauf, eine Nachricht darauf zu sprechen.
Er hat richtig gehandelt , verteidigt die Geschäftsführerin des RZV ihren Mitarbeiter. Die Leitstelle sei für Menschenrettung verantwortlich, nicht für Tiere. Die Feuerwehr, sagt Schneider, hätte wegen eines Tierarztes nicht die Rettungsleitstelle anrufen müssen, sondern eine der in der Zeitung veröffentlichten Telefonnummern. Dem pflichtet der Muldentaler Amtstierarzt Herold genauso bei wie der Grimmaer Tierarzt Rudolf Grabner, der für den Raum Grimma die Bereitschaftsdienste an die LVZ meldet.
Kein Anruf
Der Amtstierarzt sei für einen medizinischen Notfall eines Tieres ohnehin weder zuständig noch ausgerüstet, sondern für Seuchen oder Katastrophen. Der richtige Weg wäre ein Blick in die Zeitung und ein Anruf beim Dienst habenden Tierarzt gewesen , sagt Herold
Das war für den Raum Grimma in der Silvesternacht die Praxis Dürre in Zschoppach. Dort allerdings hatte das Bereitschaftstelefon tatsächlich nicht geklingelt. André Neumann 

 

 

Hilfe - bei der Feuerwehr brennt`s

Matthias Berger fordert mehr Motivation für Ehrenamt der Kameraden

Grimma. Wir können froh sein, dass es noch ein paar Verrückte gibt, die das ehrenamtlich machen , sagt der Grimmaer Bürgermeister Matthias Berger und will damit auf den Zustand der Freiwilligen Feuerwehren aufmerksam machen.
Hintergrund sei eine Initiative von Sachsens Innenminister Albrecht Buttolo, so genannte Brandschutz-Zentren zu schaffen. Weil es am Nachwuchs fehle und auch Kameraden die Feuerwehren verlassen, müssten Wehren zusammengelegt werden, um die Schlagkraft im Einsatzfall wenigstens zu sichern.
Klingt alles gut, meint Berger. Doch warum sei das so, stellt er die Frage. Wenn sich jemand als Baggerfahrer bewirbt und dabei als Feuerwehrmann outet, hat der kaum eine Chance , nennt Berger nur ein Beispiel und spricht gar von Diskriminierung. Zwar bekomme der Arbeitgeber den Lohnausfall für den zum Einsatz gerufenen Mann ersetzt. Doch mit dem Bagger stehen nicht nur die Lkw still, die beladen werden wollen eine ganze Baustelle ruht.
Geld fehlt überall
Oder: Denken Sie nur an die letzten größeren Brände in Grimma Frauenstraße, Clara-Zetkin-Straße oder jetzt erst in der Klosterstraße , weitet Berger den Blick für ein anderes Problem. Alle ereigneten sich in der Freizeit der Kameraden. Warum sollte die jemand für einen nicht ungefährlichen Job opfern, wenn er nicht motiviert ist? Etwa durch eine gute Ausrüstung. Hier denkt Berger weniger an Grimma selbst, wo man gut aufgestellt sei. Da gebe es Ortsteile, in denen man nicht mehr oder gerade noch so auf dem Stand der Technik sei. Andere Kommunen seien noch schlechter dran. 2006 haben wir im gesamten Muldentalkreis 500 000 Euro um 2500 Mann und 184 Fahrzeuge bei Laune zu halten , weiß Berger. Das Geld fehle hinten und vorne. Aber die Feuerwehrabgabe abschaffen, mit der man Investitionen in Technik und Ausrüstung hätte tätigen können, zum Nutzen aller , schlägt Berger nun auch in diese Kerbe. Das mag juristisch sauber gewesen sein, gesellschaftlich ist es eine Fehlentwicklung. Wenn dann die Zentralisierung komme, würden auch die Vereine und das Leben darin wegbrechen, das sich mit den Wehren gebildet habe.
Anreize schaffen
Für viele Kameraden noch der einzige Grund zur Stange zu halten. Da eine Berufsfeuerwehr aus Kostengründen illusorisch sei, muss das Ehrenamt stärker motiviert werden , fordert Berger und regt an: Steuerliche Anreize für Arbeitgeber, oder besondere gesellschaftliche und kommunale Vergünstigungen für die Kameraden. Ich weiß, das ist sicher nicht einfach, aber mit einer Zentralisierung macht man es sich zu leicht. Frank Schmidt